X-Server auf einem VServer

Einleitung

Verschiedene Anbieter vermieten VServer (virtuelle Server). Auf einem echten Server können mehrere VServer gleichzeitig laufen. Der Vorteil ist, dass man sich keinen teuren Server mieten muss, wenn man nur geringe Anforderungen an die Serverhardware hat. Die einzelnen VServer teilen sich die Ressourcen auf dem echten Server.
Ein Server hat meist maximal eine Grafikkarte, aber nicht für jeden der VServer eine eigene Grafikkarte. Da viele VServer mit einem Linuxbetriebssystem laufen und unter Linux die grafische Oberfläche eine Grafikkarte benötigt (X.org) kann im Normalfall keine grafische Oberlfäche wie Fluxbox oder KDE gestartet werden. Somit bleibt man auf die Konsole angewiesen.
Wer einen Server oder VServer mietet, muss zwingend mit der Konsole den Server administrieren können, Klick-und-Bunti Administratoren sind keine echten Administratoren. Aber wozu braucht man denn dann eine grafische Oberfläche wie den X-Server auf einem Server?
Die Antwort ist ganz leicht: Ich verwende diese um bestimmte Software rund um die Uhr laufen zu lassen, welche es nicht in einer Konsolenversion gibt. Administrativ verwende ich nach wie vor die Konsole.

Vorraussetzungen

Um einen X-Server mit KDE oder Fluxbox auf einem VServer laufen lassen zu kö, muss der VServer von der Performance her gut ausgestattet sein. Ausschlaggebend ist die Menge an RAM. Je mehr desto besser.

Installation

In meinem Beispiel verwende ich als VServer Betriebssystem ein Linux Debian/Ubuntu Devirat. Mit anderen Linuxdistributionen sollte die Installation genau so einfach sein. Mein Ziel ist es, Fluxbox auf dem VServer laufen zu lassen.
Zuerst müssen alle notwendigen Pakete mit dem Paketmanager installiert werden (als root):

linux:~ # apt-get install vnc4server fluxbox twm xterm

Weitere Abhängigkeiten sollten vom Paketmanager automatisch mitinstalliert werden.
Der X-Server, welcher aufgrund fehlender Grafikkarte nicht installiert werden kann, wird durch vnc4server ersetzt. Dies ist ein eigener X-Server, auf welchen mittels VNCViewer verbunden werden kann.

Einrichten und starten

(Bitte jetzt als normaler User anmelden) Nach der Installation muss erst ein Passwort zum Verbindungsaufbau vom VNCViewer vergeben werden:

linux:~ # vnc4passwd

Mittels dem Befehl vnc4server kann man jetzt den X-Server am VServer starten, jedoch hat der noch nicht die gewünschte Konfiguration. Meine Konfigurationsdatei sieht wie folgt aus:

#!/bin/sh

# Uncomment the following two lines for normal desktop:
# unset SESSION_MANAGER
# exec /etc/X11/xinit/xinitrc

[ -x /etc/vnc/xstartup ] && exec /etc/vnc/xstartup
[ -r $HOME/.Xresources ] && xrdb $HOME/.Xresources
xsetroot -solid grey
vncconfig -iconic &
fluxbox &

Damit ist es möglich, mittels X-Server gleich Fluxbox mit zu starten. Das Starten geht mit folgendem Befehl:

linux:~ # vnc4server

Der X-Server ist nun gestartet und kann nun mittels VNCViewer angesprochen werden. Ob der Port auch wirklich offen ist kann man mit nmap herausfinden:

linux:~ # nmap localhost

PORT STATE SERVICE
22/tcp open ssh
5901/tcp open vnc-1
6001/tcp open X11:1

Verbinden und Arbeiten

Um mit dem VServer sich anders als mit SSH verbinden zu können habe ich auf meinem Arbeitsplatzrechner TightVNC installiert. Hier muss als VNC Server "123.123.123.123:1" eingetragen werden (ggf. die IP durch die echte ersetzen).

Auf meinem VServer ist rund um die Uhr ein Java-Applet am laufen. Um dieses laufen lassen zu können, habe ich als User den neuesten Firefox und die neueste Javaversion manuell installiert. Wenn es geht, dann sollten diese und alle Programme im X-Server nicht als root ausgeführt werden.

 

 

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